Meine Ticks … oder Schwierigkeiten

Ich war ja ne ganze Weile stumm und hab mich durch einen kleinen Wink mit dem Zaunspfahl heute doch dazu entschieden zu schreiben. Ich bin ja kein großer Freund vom Ningeln im Blog und aus diesem Grund hab ich auch nix geschrieben in den letzten Wochen.

Ich bin zur Zeit ningelig. Also so richtig. Ich mecker, schimpfe und nur die negativen Dinge scheinen von mir erfasst zu werden. Ich weiß es liegt am Stress, zuviel passiert zur Zeit. Weil ich also nicht ningeln will, schreib ich einfach über die Dinge die mich in der Regel überlasten. Vielleicht interessiert es ja den ein oder anderen. Grundsätzlich ist dies aber doch ne Art Dampfablassen, wenn du also keinen Bock auf was Negatives hast, dann solltest du hier nicht weiterlesen. Ich verspreche auch wieder mal was Positives zu schreiben 😉

Ein paar Mal hab ich ja schon erwähnt, dass ich so meine Probleme habe. Eines davon ist, dass ich schnell überlasted bin. Das kann dazu führen, dass ich zum Beispiel nach nem Tag unterwegs durch ein einziges Wort anfange zu heulen oder super wütend werde oder auch beides gleichzeitig. Damit meine ich nicht die Tage an denen alles schief läuft. Es reicht einmal einkaufen, ein Termin plus Straßenbahnfahrt.

Wodurch genau ich überlasted werde varriiert und ist stark von meiner Grundstimmung abhängig. An einem Tag ist ne volle Straßenbahn ok am anderen bringt sie mich an den Rand von ´ner Panikattacke. Inzwischen ist mir klar, durch viele Gespräche mit Therapeuten und Freunden, dass ich weit mehr wahrnehme als der durchschnittliche Mensch und es nicht ordentlich filtern kann. Zur Zeit ist es so, dass ich viel unterwegs war für meine Verhältnisse, mit vielen (unbekannten) Menschen interagieren musste und viele Dinge entschieden wurden. Auch die positiven hinterlassen mich mit so ´nem leeren, geschafften Gefühl und je geschaffter ich bin um so schwerer fällt es mir mich abzugrenzen.

Ein netter kleiner Kreislauf.

Letztens ist mir mal wieder aufgegangen inwieweit das auch ein Problem in meiner Sexualität darstellt. Es heißt ja, das für Frauen alles perfekt sein muss, damit sie Sex genießen können. Bei mir muss es noch perfekter sein! Ein einzelner kleiner Fehler, ein falsche Berührung kann mich komplett aus bereits geschaffener Extase herausreissen und (im schlimmsten Fall) zu einem nach innen gerichteten Wutanfall führen. Oder aber ein Geräusch, Geruch, Knubbel, etc hält mich davon ab überhaupt loslassen zu können. Ich bin mir nicht sicher ob ich irgendwann schon mal dabei wirklich loslassen konnte und das stellt natürlich ein Problem dar. Schon bei Vanillasex, bei BDSM um so mehr.

Letztens erzählte mein Sir von einem Artikel den er gelesen hat in der eine Sub darüber berichtet wie sie am Anfang nicht loslassen konnte und damit sich und ihren Herrn heftig einschränkte. Erst als sie losliess konnte es auch weiter gehen. Sir denkt das dies der Punkt ist an dem wir uns gerade befinden und ich stimme ihm zu. Nur leider hab ich keine Ahnung wie ich diesen nächsten Schritt machen soll. Ich habe Angst. Teilweise vollkommen unbegründet, teilweise aber leider auch begründet.

Ich bin ein empfindlicher Mensch, schnell überwältigt, schnell verletzt. Wenn ich mich öffne und vertraue mache ich mich doch noch verletzlicher. Je mehr ich über mich lerne umso klarer wird mir welchen Schaden ich schon mit mir rumtrage, was kaputt gemacht wurde als ich vertraute und was selbst mit Schutzschild alles passiert ist. Wie also soll ich so einen beängstigenden Schritt nehmen?

In den letzten Wochen hatten Sir und ich wenig Zeit um miteinander zu spielen und ich merke immer öfter wie es mir fehlt oder wie ich denke, dass es toll wäre mal wieder zu spielen. Das ist neu für mich und ich freue mich über diese Entwicklung. Bei unserer letzten Session hatte ich auch das Gefühl loslassen zu können, als wäre es in greifbarer Nähe und allein diese Tatsache lässt mich hoffen, dass wir auf dem richtigen Weg sind und ich vielleicht nicht immer in meiner Schutzhülle verharren muss. Die Zeit wird uns mehr zeigen und ich warte auf jede neue Erkenntniss mit großen Augen.

In diesem Sinne. Beim nächsten Mal mehr. TT

9 Kommentare

  1. Wenn ich das so lese kommt mir da so manches bekannt vor, bin da leider auch ned besser, es muss perfekt sein oder noch besser als perfekt, weil ich n Controlfreak bin und loslassen eh schon ne Sache für sich darstellt.

    Das des dies alles nicht einfacher macht weiss ich auch, aber so isses eben.

    Und so Tage hab ich auch, da kann mir schon die kleinste Tätigkeit zuviel werden, am einen Tag mit ner Freundin schwimmen gehen, am nächsten Tag ist mir ein gemeinschaftliches grillen mit lauter lieben Leuten zuviel.

    Aktuell beschränke ich mich nur noch auf das wesentlichste was ich wirklich brauche, alles andere tu ich mir schon gar nicht mehr an, woran das nun liegt weiss ich auch nicht, vielleicht liegts einfach am älter werden, was weiss ich.

    Aber ich fühl mit dir…

    LG
    s29

      1. Schreiben muss er ja können, sonst könnt man ja behaupten das Buch wär ned von ihm, aber ich glaub der kann des ab *ggg*

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