Erleichterung

follow up „Wie ich Sir in den Wahnsinn treibe“

der Morgen hat so besch*** eiden angefangen. Wut, Frust, Massen an Tränen.

Dann hab ich mich entschieden das Ganze raus zu schreiben. Siehe hier. Ist allemal besser als es, wie üblich, in mich reinzufressen und weil ich was zur Aufheiterung dringend nötig hatte (und auch schon ewig hier nicht mehr gelesen hatte) hab ich mich mal durch meinen Reader gelesen. Wie üblich waren es mal wieder die Seitenspringerin und Lila die mir dabei geholfen haben mich zu zentrieren und durchzuatmen (teilweise auch anzuregen). Zwischendurch kurz mal aus dem Zimmer um was Kleines zu essen und dabei hab ich dann bemerkt, dass Sir sich schlafen gelegt hat. Ohne mir Bescheid zu sagen.

Das mag jetzt unbedeutend klingen, für mich ist es das aber nicht. Wenn Sir sich zum Mittagsschlaf hinlegt, gibt er mir Bescheid und sagt mir wann ich ihn wecken soll. Häufigerweise steht er zwar schon vorher wieder auf, trotzdem ist es ein mehr oder weniger tägliches Ritual das wichtig ist. Und heute hat er sich einfach hingelegt. Wage erinnerte ich mich, dass er mich gefragt hat ob es für mich besser wär alleine zu sein oder wenn er bei mir ist um meine Schilde wieder aufzuladen. Ich hatte mit allein sein geantwortet, mit der Einschränkung, dass das jetzt keine allgemein gültige Antwort ist. Also versuchte ich mich zu beruhigen. „Er versucht nur dir Raum zu geben um dich aufzuladen. Er ist nicht sauer auf dich.“ Ich war trotzdem enttäuscht. Um mich abzulenken und nicht irgendwo hineinzureden las ich noch ein wenig.

Als er dann aufstand kam er nicht zu mir rein um Bescheid zu sagen (Auch etwas was er immer macht. Selbst wenn wir uns gestritten haben.) und ich kam mir kurz wirklich nutzlos und weggestoßen vor. Und wusste nicht was ich machen soll. „Warum kommt er nicht rein? Bin ich so unwichtig?“ Meine Gedanken kreisten und wieder las ich weiter um mich abzulenken. Nach einer Weile (halbe Stunde? keine Ahnung ich hatte nicht auf die Uhr geschaut) klopfte Sir doch, schaute rein wie um zu sehen wie es mir geht, ich hob die Hand zum Gruß (wusste wirklich nicht was ich sagen soll) er nickte und ging wieder. Karusell der Gefühle. Er war neutral, nicht ablehnend aber trotzdem besorgt. Was meinen Gedanken unterstützte, dass er mir wirklich nur Raum geben will. Ich fühlte mich trotzdem weggeschoben, enttäuscht und wollte Aufmerksamkeit. Um den Frust einzudämmen also weiterlesen. Ein paar der Texte der Seitenspringerin in Zusammenwirkung mit meinen Gedanken brachten dann plötzlich ein Bild in mir hoch. Ich führte mich auf wie ein kleines Mädchen das seinem Papa am Jackenzipfel zupft um Aufmerksamkeit zu bekommen. Nur das ich nur in meinen Gedanken zupfte. Das plötzliche Verlangen meinen Kopf auf seinen Schoss zu legen, so dass alles wieder gut wird (sehr kindlicher und sehr starker Gedanke in diesem Moment) war so groß und ich zu erschöpft um darüber nachzudenken, dass ich ihm nachkam.

Ohne ein Wort zu sagen ging ich zu ihm, kniete mich vor im hin, legte meinen Kopf auf seinen Schoss und streichelte ihn, wie um ihn zu beschwichtigen. Mir war zwar klar, dass es gar nicht notwendig war, aber ich hatte trotzdem das starke Bedürfniss danach. Seine kraulende Hand in meinem Haar war ein sicheres Zeichen das er mit der Situation klar kommt aber irgendwie war es noch nicht genug für mich. Also ließ ich meine Hand immer weiter in die Mitte wandern und dachte überhaupt nicht nach.

Das ist super selten für mich (bin halt ne Frau) ich analysier immer alles was nur geht, jede Regung, jedes Verlangen das in mir hoch kommt pflücke ich auseinander. Klar das da kaum etwas überlebt oder ich es auslebe. Diesmal hatte ich aber kein Verlangen zu analysieren, konnte alles was ich tat ganz unbeeindruckt (eigentlich das falsche Wort dafür) beobachten und einfach handeln.

Ich merkte dann auch wie Sirs Hände kräftiger über meinen Kopf rieben und wollte wirklich wirklich fragen „Darf ich?“ Da stoppte meine Gelassenheit kurz. „Will ich das wirklich fragen? Will ich mich so erniedrigen?“ aber das Gefühl weitermachen zu wollen war so stark das ich tatsächlich zu ihm hoch schaute und fragte. Was für ein klassischen Bild: Frau/Sub kniet zwischen den Beinen des Sir`s und bittet darum ihn berühren zu dürfen. Sir bejahte und ich machte mich ans Auspacken. Mit ein paar Scherzen über Schwierigkeitsgrade von Gürtel und Knöpfen.

Sehr viel in`s Detail geht ich jetzt nicht, hier gehts ja eher um Sir als um mich. Wenn er das teilen möchte ist das seine Entscheidung. Was mir aber noch wichtig ist: Sir kommt nicht sehr einfach und ist auch der einzige Mann den ich (intim) kenne, der nicht viel für einen Blowjob übrig hat. Das ist wirklich anstrengend und im Nachhinein ist mir auch klar, dass wenn er heute nicht gekommen wär (Spoiler 😉 ) es mich direkt zum morgentlichen Problem zurück geschleudert hätte + der Scham ihn nicht zum Kommen gebracht zu haben. Was ein Glück …

Mit Hand und Mund, viel Lust zu spielen und zu reizen und erstaunlicher Abwesenheit von meinen sonstigen Problemen mit Haaren und Geruch (ist ein generelles Problem) brachte ich Sir zum Kommen. Seine Augen waren leicht gekreuzt als er mich wieder ansah *stolz auf die Schulter klopf* und er war fast so schlecht auf den Beinen unterwegs wie ich. Nur fast weil er noch stehen konnte, ich aber nicht. Meine Beine waren so heftig eingeschlafen das ich nicht in`s Bad laufen konnte.

Ich überlass es eurer Phantasie euch auszumalen wie ich zum Waschbecken kam 😀 Das Ganze endete also mit nem heftigen Lacher (ich bin ja wirklich gut darin über mich selbst zu lachen) und meiner Erleichterung darüber etwas richtig gemacht zu haben.

Das ich diesen Teil jetzt auch noch geschrieben habe, liegt daran, dass ich das Gefühl hatte, dass es wirklich wichtig ist und jetzt wo ich fertig bin merke ich um wieviel leichter ich mich fühle. (Und das obwohl es inzwischen regnet und ganz doof grau draußen ist). Irgendwas richtiges ist passiert, wahrscheinlich werde ich es in den nächsten Tagen verstehen … oder auch nicht.

In diesem Sinne. Beim nächsten Mal mehr. TT

 

Die Sache mit der Wut

Heute hab ich mir mal die Beiträge meines Herrn durchgelesen, hab ja erst jetzt erfahren, dass er schon ne Weile bloggt *grummel* und dabei seinen Beitrag über eine unserer Sessions gelesen. Die war sehr intensiv und ich denke seine Seite reicht nicht aus um sie ordentlich zu beschreiben. Also hier meine Seite des Ganzen mit einem kurzen Ausflug in meine Vergangenheit um mein Verhalten zu verstehen … oder auch nicht.

 

Ich bin ein leidenschaftlicher Mensch und impulsiv noch dazu. Als Kind, mit wenig Freunden und vielen Hänseleien, hat mich das häufig in explosionsartige Ausbrüche getrieben. Irgendwann kam dann der Punkt an dem ich beinahe jemanden ernsthaft verletzt hätte. Danach habe ich mir geschworen nie wieder die Kontrolle über mich zu verlieren und das hab ich auch gemacht.

Viele Jahre lang habe ich meine Kraft dahin gesteckt, alle negativen Emotionen zu unterdrücken. Natürlich ging das schief. Irgendwann war ich eine tickende Zeitbombe und dann kam dieser Typ der alles daran gesetzt hat die Bombe zum explodieren zu bringen. Er hat es geschafft. Immer wieder. Und das hat er dann genutzt um mich runterzuputzen und obwohl ich kurz darauf (in meiner 1. Therapie) gelernt habe, dass das Verdrängen schlecht für mich ist und wie ich damit umgehen kann ist es jetzt, knapp 10 Jahre später, immer noch ein starker Teil von mir.

Ich kann nur schwer über meine Ängste reden oder meine Wut.

Und nu hab da diesen Menschen in meinem Leben, der mich manchmal nur anschauen muss und alle Dämme in mir brechen. Manch einer mag jetzt sagen: „Toll. Ist doch genau was du brauchst.“ Ich nicht.

Ich weiß ich sollte es raus lassen, aber ich kann nicht. Ich will niemanden sehen lassen wie schwach ich bin, was für lächerliche Situationen mich zu nem zitternden, schluchzenden Haufen reduzieren. Und ganz besonders will ich nicht das ER das sieht!

Vor ein paar Wochen, wir hatten uns wirklich erst kurz vorher darauf geeinigt auszutesten inwieweit meine Vermutung das ich sub Eigenschaften in mir trage stimmen, hatte ich einen heftigen Wutanfall. Er kam wie aus dem nichts und überrollte mich geradezu. Ich war noch in der Lage meinen Schatz zu warnen, doch dann stand ich wie an der Seitenlinie und schaute zu wie er versuchte mich wieder zu beruhigen und wie es nicht wirkte, sogar noch Zunder zu geben schien. Und dann handelte mein Schatz instinktiv richtig, befahl mir ohne umschweife mich auszuziehen und mich an den Schrank zu stellen. Ich weiß nicht wieso, doch trotz der kochenden Wut in mir folgte ich jedem seiner Befehle (etwas das ich sonst nur selten mache) ohne zu hinterfragen.

Das folgende Flogging war schnell, gründlich und prezise. Schon die ersten Aufwärmschläge katapultierten mich in mich selbst zurück. Ich zitterte mit dem Tumult in mir drin, war zerrissen von der Ruhe die die Schläge in mir auslösten und den Gefühlen die ich daran hinderte auszubrechen. Als die stetigen Schläge anfingen zu schmerzen fingen die ersten Tränen an zu laufen und kurz darauf war ich unter dem Ansturm von Empfindungen nicht mehr in der Lage meine Wand aufrecht zu halten. Ich fing an zu schluchzen, sackte zusammen und fand mich in dem Armen meines Herrn wieder. Einfach so hatte er mich entblösst. He stripped me naked.

Ich weiß nicht wie lange ich weinte, war ne ganze Menge die sich angesammelt hatte und wenn der Damm einmal gebrochen ist …

Das war das erste Mal das ich meinem Herrn gedankt habe. Wenn ich darüber lese, dass eine Sub/Sklavin ihrem Herrn für die Behandlung zu danken hat dann finde ich das meist unnatürlich. Ist ein Dank zu dem man verpflichtet ist ein echter Dank? Ich denke nicht. Ich möchte meinem Herrn zeigen können, wenn ich wirklich dankbar bin und in welchem Maße. Ich halte das für eine Möglichkeit ihn mehr über mich wissen zu lassen, mich besser zu verstehen.

Mein erster Gedanke nachdem ich mich wieder einigermaßen zusammen hatte war: „I`m so fucked!“ Das rutschte mir auch raus. Seine Antwort war ein leises Lachen. Irgendwie war das der Punkt an dem ich einen großen Teil meiner Zweifel an mir als Sub abwarf. Oder sie abgeworfen wurden. Zusammen mit all den Tränen.

Für mich war das ein magischer Moment, auch wenn es vielleicht merkwürdig klingt das auf eine Floggingsession anzuwenden, aber für mich stimmt es.

Beim nächsten Mal mehr. TT